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Von Pass zu Pass

Freitag, 21.7.2023

Ich habe hier oben auf 1.000 m geschlafen wie ein Bär mit dem leichten Wasserrauschen des Flusses im Hintergrund. Ab 9:00 Uhr ist die Nacht vorbei, da rollt die ganze Karawane bestehend aus Autos, Bussen, Wohnmobilen und Motorrädern hier vorbei. Schon crazy, was hier los ist… Wie herrlich war dagegen die absolute Ruhe gestern Abend.


Ich befinde mich auf Pass hinter Geiranger und die Landschaft hier ist mal wieder so schön. Hier oben auf 1.000 m natürlich ziemlich karg, aber ich mag das ja. Leider hat er sich wieder zugezogen, aber schauen wir mal, was der Tag so bringt. Das kann sich hier ja schnell ändern.


Hier oben gibt es an einem  See ein Gasthof. Dort stehen sage und schreibe zehn Reisebusse vor und die Leute stehen weit bis nach draußen an, um ihr gebuchtes Essen zu bekommen. Hölle, Hölle, Hölle. Und danke, danke, danke, und nochmal danke, dass ich mir das nicht antun muss.


Ich fahre weiter und mache noch eine kleine Wanderung im Reinheimen Nationalpark. Ich sitze dort mal wieder Ewigkeiten an einem rauschenden Fluss mit leuchtend blauen Wasser. Warum ist Wasser eigentlich so faszinierend? Ich bin in meinem Leben ja wirklich oft umgezogen, aber oberste Priorität hatte immer, dass Wasser in der Nähe ist. Aus der kleinen Wanderung ist übrigens mal wieder eine große geworden. Da haben sich meine Knie und Muskeln gerade mal ein bisschen erholt, und ich jage sie gleich die nächsten 400 Höhenmeter rauf und runter. Sorry Körper…😇


Hier im Nationalpark stehen Jahrhunderte alte Kiefern, die locker einen Durchmesser von 1,20 m haben. Hab ich so auch noch nicht gesehen. Nach der Wanderung erst mal eine leckere Waffel im Billingen Seterpensjonat und dann geht’s weiter. Übrigens absolute Empfehlung für dieses urige Kaffee und die netten Besitzer. Danach ab zu einem Campingplatz und erstmal heiß duschen. Ich genieße jede Sekunde der zur Verfügung stehenden 4 Minuten in vollen Zügen. Was für ein Luxus.🥳


Irgendwann komme ich in Lom an, dem Ausgangspunkt für die Fahrt über das Sognefjellet. Dabei geht es mit 1.450 m über den höchsten Gebirgspass Norwegens. Vorher gucke ich mir aber noch die Stabskirche an - absolut beeindruckend. Als ich die Straße Richtung Fjellet starte, ist es in einer Tour am schütten. Irgendwann wird es wenigstens ein bisschen weniger und die Landschaft ist auch echt toll, doch ich hatte was anderes erwartet: Kälte, Schnee, Seen, Gletscher, … Ich fahre und fahre und fahre und irgendwann geht es endlich richtig schön hoch auf 1.428 m. Und da ist plötzlich genau das, was ich erwartet habe. Es hat aufgehört zu regnen und ist einfach nur ein Traum hier: Die Berge, der Gletscher, der Schnee, die 5°, die klare Luft, die Seen, … – einfach herrlich. Ich kann mich gar nicht satt sehen. Und wieder mal bestätigt sich, dass der Abend bis in die Nacht die schönste Zeit ist, um Norwegen zu erkunden. Ich finde einen ganz tollen Stellplatz direkt an einem See. Links raus sehe ich den Gletscher, rechts raus einen See, in dem sich die Berge und der Schnee spiegeln. Wow, geht es schöner?! Ich wandere hier herum, bis es dunkel wird. Dieses Panorama muss man einfach bis zum letzten Lichtstrahl genießen.











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